29.07.2016 – Unplugged im Soundgarten, Fabrik Potsdam

Ich weiß nicht, wie viele Monate wir uns vorbereitet haben, aber die Arbeit für diesen Abend war intensiv. Kannst dich ja nicht einfach hinstellen, Tach sagen, ’nen mittelmauen Fips-Asmussen-Witz machen und 1 zu 1 loslegen. Nee, nee, nicht bei Unplugged und einem gewissen Mindestanspruch. Entsprechend erklang so mancher Titel gänzlich anders, als es der geneigte Konzertbesucher kennt.

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Grundsätzlich aber war es eine entspannte Nummer. Allein vom Gepäckaufwand her – fein fein. Und das Ambiente haben wir ja schon mal genießen dürfen. Gemütlich draußen am Tiefen See, Wetter aus dem Bilderbuch, kein Stress. Und das, obwohl wir aufgrund moderner Digitalmischpulttechnik den Soundcheck zweimal machen mussten. Ich glaube, irgendwer hat den Ausstoß der Protonenmatrix falsch berechnet, nachdem der Plasmaflussregulator wegen einer defekten Subroutine an der Emitterphalanx neu kalibriert werden musste. Oder einfach den falschen Knopf gedrückt, kann auch sein.

An der frischen Seeluft steigt allerdings der Kohldampf, entsprechend bereitwillig haben wir eine Bestellung bei Pizza Avanti aufgegeben (und fast alle haben kurzerhand zu meiner patentierten Spezialkreation gegriffen). Hunger macht ungeduldig, also haben wir Georg nach einiger Zeit genötigt, nochmal telefonisch zu nerven, wann denn geliefert wird. Georg nutzte die Gelegenheit, sich direkt mal in den Adelsstand zu erheben: „Ja hallo, hier ist Georg von Vorhin“ – Betonung auf der ersten Silbe. Die Freiherrn von Vórhin – alter lausitzer Landadel, nehm ich an. Pizza kam dann auch bald. Und war noch viel schneller weg.

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Das Freitagsommerabendpublkum gibt sich mal amüsiert, mal moderat interessiert, mal sehr interessiert, vielfach trinkend, in jedem Fall aber höflich. Fast wie im ZDF-Fernsehgarten. Bloß ohne rhythmisches Klatschen. Und ohne Playback.
Das Freitagsommerabendpublikum gibt sich mal amüsiert, mal moderat, mal sehr interessiert, vielfach trinkend, in jedem Fall aber höflich. Fast wie im ZDF-Fernsehgarten. Bloß ohne rhythmisches Klatschen. Und ohne Playback.

Nach halb 9 spielte die pizzagesättigte Kapelle auf (ohne Quark – in den Formularen der GEMA steht tatsächlich „Kapelle“. Meine Güte, sind die D-markig). Die Zuschauer (keine Ahnung, wie man die in GEMA-Kreisen zu nennen pflegt) saßen auf dem wetterfesten Mobilar, aber Bewegung war doch drin, denn neben der Bühne waren auf einem dort eingerichteten Sandsportplatz die Wolleballer zu Gange. Rhythmisch hat das gelegentlich gut hingehauen, sah aus wie der zeitgenössische Tanz der Stunde. Aber der richtige Knüller war ein vielleicht 5-jähriger Steppke (um mal im vokabulären GEMA-Duktus zu bleiben), der zu unseren Akustiknummern fleißig im Kreis über den Kies stürmte und ordentlich Breakdance auf Täsch hatte.
Apropos Breakdance: Ich hab’s nicht gesehen, aber ich glaube, Georg hat auch ordentlich Tippeltanz mit den Füßen hingelegt. Normalerweise latscht er ja im Mikrosekundentakt auf unzählige Effektpedale, aber diesmal gabs nichts zu latschen. Und zu meckern auch nicht. Wenn wir auch 3 Liedanfänge vergeigt haben – sei’s drum. Live is live, nanananana.
Und mit Opus beende ich auch mal dieses Opus und teasere schon mal an: Der nächste Tagebucheintrag in ca. zwei Wochen dürfte reichlich Interessantes bieten, oh ja!

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