21.05.2016 – Rock in Caputh, Caputh

My dear Scholli!

Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Oder doch? Na dann holen wir mal etwas weiter aus.

Dritte Reihe rechts

Lange, lange Zeit wussten wir es schon, dass wir beim legendären Rock in Caputh auftreten dürfen. Schon ein kleiner Traum, der da in Erfüllung geht. Und auch im Blätterwald gab es vorab ein kleines Rauschen, vor allem mit einem großen Artikel im Kulturteil der MAZ. Perfekte Einstimmung, die hier ruhig ein paar Mal zitiert werden kann. Etwa so:

MAZ: Am Samstag nun spielen sie bei Rock in Caputh, ihre erste große Bühne (sic) seit der Gründung vor drei Jahren. „Endlich Auslauf“, sagt Andreas. Es gab Auftritte, da passten die fünf Männer kaum auf die Bretter.

Eine Bange Frage vorab: Wird es in Caputh wie in bis dato 13 von 15 Fällen regnen? Nein, tatsächlich wurde schon im 2. Jahr in Folge mit der alten Festivaltradition gebrochen. Grund genug für Andreas, schon am Freitag sein Zelt aufzuschlagen. Auszuwerfen, genauer gesagt, das war so ein modernes Schmeiß-Tipi.
Wir spielten dann am Samstag Spätnachmittag. Perfekt also, um auch mal mit Familie anzureisen und die musikbegleitenden Angebote (Hüpfeburg und Schminken) zu nutzen. Natürlich nur für die Kleinen. Obwohl, wenn man sich recht erinnert, gab es vor der Bühne mindestens einen Volljährigen im aufgeschminkten Cats-Look. Für manches ist man offenbar nie zu alt.

Rocken in Caputh

Tja, und dann lief alles ganz geschmeidig. Die Doppelbühnen-Organisation erlaubt einem ein sehr entspanntes Aufbauen. Der Soundcheck ist zwar dann sehr kurz, aber dank guter Organisation und fähiger Leute läuft es wie geschmiert. Punkt 17:05 gehts dann los. Das Gelände füllt sich und es entsteht sogar ein ambitionierter Fanblock vor der Bühne. Die Temperaturen waren dabei ähnlich wie letzte Woche im Kuze, beinahe tropisch, aber diesmal mit angenehmer Frischluftzufuhr.
Vergiss Online-Shopping. Der Einzelhandel ist immernoch am schönsten.
MAZ: Andreas, Georg, Otto spielen sich jetzt warm, Marcel setzt ein am Bass, Rainer, schlank, im schwarzen Hemd, schaut hoch zur Decke, dann hebt er seine Stimme. Alles läuft. Sie ölen die Maschine. Das Lied macht ernst nach guten zwei Minuten. Peng, Peng, Peng.

Jo, die Maschine war geölt. Auch wenn die Spielzeit mit einer Stunde großzügig bemessen war, ist es immer wieder schade, wie schnell so ein Auftritt vorbei ist. Aber er bleibt im Gedächtnis. Nicht nur, weil wir es damit sogar auf die bunten Seiten der B.Z. geschafft haben.

Bildschirmfoto 2016-05-23 um 20.49.15

Nicht nur, weil ein Träumchen in Erfüllung ging. Nicht nur, weil unsere Kinderlein die Bühne stürmten und dadurch einen Hauch Schmalzfaktor einrührten und vielleicht ein paar Besucherherzen zum Schmelzen brachten. Nicht nur, weil Henning und Denny hervorragende Dienste als Merchandiser leisteten. Es war einfach ne runde Sache.

: Da will man nun ein harter Festivalrocker sein und dann kommen die Kinderlein und geben uns einen Kelly-Family-Touch.
Da will man nun ein harter Festivalrocker sein und dann kommen die Kinderlein und geben uns einen Kelly-Family-Touch.

MAZ: Sie schießen scharf. Doch wenn sie von der Bühne steigen, trinken sie ein Bier.

Prophetisch, was der Feuilletonist da schrieb. Denn genau das passierte, währenddessen Hasenscheiße die Massen um sich scharrten. Alles könnte perfekt gewesen sein, währen da nicht ein paar Probleme bei der Rückfahrt gewesen.

MAZ: Es ist, als wolle einer in den Urlaub nach Mallorca, der andere nach Norwegen. Welten liegen dazwischen, doch man muss sich einigen.

Die Welten lagen hier und da in unseren Absprachen bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel als auch in den danach sehr zahlreich nötig gewordenen Telefonaten zwischen Marcel und der Taxizentrale (in der Zentrale saß offenbar ein DJ – er hat ständig aufgelegt). Meine Güte, war das ein Mist. Aber das ist eine ganz andere Geschichte…

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