25.05.2018 – Potsdam on Stage, Lindenpark

Bullgine nur einen Handbreit vom Stadtwerkefest entfernt – damit hat ja nun wahrhaft keiner gerechnet, wo wir doch das Thema Online-Votings schon komplett abgeschrieben hatten. Aber nun standen wir doch im Finale. Oho. POS

Es war schon eine Überraschung, dass wir unter die Top Ten im Voting gekommen sind. Da die Titel anonymisiert waren, spricht das ja vielleicht für die Qualität der Songs. Ja ja, ich weiß, es gab einige Manipulationen bei diesem Voting, das wurde öffentlich zugegeben, aber die galten bestimmt nicht uns. Und ich weiß von Außenstehenden Leuten, die sich ordnungsgemäß alle Songs angehört haben, wirklich.

Jedenfalls hat die Jury dann noch ein gerüttelt Maß Geschmack bewiesen und uns ins Finale geschickt. Ist doch nett. So war wenigstens noch eine wirkliche Potsdamer Band dabei, neben den Wildcard-Inhabern von Stadtruhe. Die anderen hatten entweder tatsächlich ein Mitglied hier wohnen oder eine Großtante oder einen Briefkasten oder so, wer weiß. Potsdamer Kapellen sind sie jedenfalls nicht.

Wir spielten in der goldenen Mitte, was ja durchaus eine genehme Position ist. Wer dann erst ankam, hat auf Startplatz 1 einen regional halbwegs berühmten Matze Reim (also die rasierklingenschmuggelnde Aldi-Version, ohne das Aussehen eines faltigen MacGyver) ausm Fläming verpasst. Jener war auf einem Potsdamer Nachwuchswettbewerb eigentlich sowieso fehlplatziert, aber danach krähte offenbar kein Juror. Danach war dann sozusagen Ruhe in der Stadt und dann kamen wir.

Nach uns war dann die spätere Sieger-Combo My Rain (nicht zu verwechseln mit New Rain) dran, die zufällig als Aushilfs-Bassmatrosen einen ehemaligen Proberaumnachbarn mit unbeschreiblich langem Rapunzelhaar dabei hatten. Gibt es eigentlich eine Hip-Hop-Truppe namens RAPunzel? Das böte sich doch an. Obwohl, die sind ja heute alle mit „ah“ am Ende und Rapunzelah klingt etwas sonderbar. Nee, sonderbah natürlich. Mein alter Musik-Homie Longfingah hat das immerhin um die Jahrtausendwende schon so gemacht, womit er wohl ein Pioniah auf dem Gebiet sein dürfte.

Der Gig hat jedenfalls Spaß gemacht, alle gut drauf, nur der Techniker war etwas maulig. Keine Ahnung, hat vielleicht frühs Salz statt Zucker in seine Cornflakes gemacht oder im Ü-Ei war was, was er schon zweimal hatte. Die Bühne im Lindenpark war aber mal wieder fabelhaft zu bespielen, nur Spirelli gab’s diesmal keine, auch keinen Vorhang. Dafür eine schicke Rückprojektion mit Bandnamen – zum Glück hat der auch bei jeder Kapelle gestimmt. Man stelle sich vor, bei uns hätte My Rain gestanden – da hätte jeder gedacht, Rainer wär jetzt mit nem Soloprogramm auf der Bühne …