18.11.2017 – Live im Lindenpark – mit Stoff, Spirelli und Spielfreude

In Potsdam weiß natürlich jeder Bescheid, was es mit „Maggie’s Farm & Friends“ auf sich hat, Außenstehende könnten auf die falsche Fährte kommen, es handele sich um einen Tütensuppen-Stand am langen Donnerstag (das gab’s früher mal, da hatte Allkauf bis um 8 auf, das war sensationell!), jedenfalls einen Tütensuppenstand, bei dem auch noch Peter von Frosta und die Knorr-Familie zu Gast sind. Aber: Das „e“ nach dem „i“ macht den Unterschied, es geht mitnichten um Glutamat-Giganten, sondern um Potsdams beste Tribute-Band der Welt. Und wir hatten dieses Jahr die große Ehre, unter der Rubrik „& Friends“ zu laufen. Und das auch noch im altehrwürdigen Lindenpark, jenem Club, bei dem sich große und kleine Stars die Klinke in die Hand geben. Es war also ein doppeltes Nachtischessen, hier zu spielen. 

Weit ist es nicht vom Proberaum zum Lindenpark und wir brauchten auch nur leichtes Gepäck. Und dann ist auch noch ordentlich Versorgung am Start (oder am Stissel, wie man notcoole Leute auch schon sagen hörte), top. Man hätte meinen können, Maggie züchtet auf ihrer Farm in erster Linie Spirelli. Denn wenn es eines in Hülle und Fülle gab, dann Spirelli. Sind bestimmt jetzt immer noch welche da. Aber sie waren auch zu später Nacht noch perfekt warm und unmatschig – ein Wunderwerk moderner Catering-Technik. Da wird aus Miracoli ein Spirelli-Miracle. Halleluja mit Wurstgulasch. Perfektion mit Pilzen.


Gab’s eigentlich noch was, außer Spirelli? Na klar – gute Musik, von Samavayo unter anderem. Und einen sensationellen Vorhang vor der Bühne. Ein geniales Ding – anfangs war da riesengroß und in allen Regentropfenfarben schillernd unser Banner draufgebeamt. Und wir konnten in aller Ruhe anstöpseln und überraschend anfangen, ohne betretenes Rumstehen, bis die Klampfen gestimmt sind. „Mowl-Uffan“-Gebolze geht los – Vorhang geht auf, ein starker Anfang eines starken Konzerts. Und viel, viel zu schnell vorbei. So schnell, dass Rainer noch einen Song ankündigt, obwohl keiner mehr kommt, weil er es nicht fassen konnte, dass wir schon durch sind. Zum Glück gibt es viele gute Fotos, um die Erinnerung zu wahren.

Maggie’s Farm hatten am Ende die Leute natürlich in der Hand. Diesmal gab’s aber nicht nur die traditionelle Rage-Against-The-Machine-Musike („Spirelli Radio“ z.B., oder der Über-Klassiker von wegen „Nimm das Brot aus dem Toaster“), sondern auch Songs von „u.v.a.m.“. Es gab sogar einen waschechten Blind-Audition-Moment à la The Voice of Germany. „Another Brick in the Wall“ wurde hinter dem schon so lieb gewonnenen Vorhang gespielt und das Kopfkino geht los: was machen die beim Song – popelt der Sänger? Läuft eigentlich nur ’ne Platte und sie spielen derweil Autokarten? Strecken sie heimlich das Bier mit stillem Wasser, um dann wie kürzlich Helene Fischer zu zeigen, wie cool sie auf Ex trinken können? Niemand weiß es. Ein großer musikalischer Moment war es allemal. Ein großer Moment bei einem ziemlich perfekten Jahresabschlusskonzert.