15.11.2013 – HEK, Potsdam

Liebes Tagebuch,

Heute war es endlich so weit: Bullgine hatten ihren ersten vollwertigen Auftritt. Wir haben geübt und geschrieben, bis die Finger bluteten. Viele Hopfengetränke wurden eingesetzt, um die Kreativität fristgerecht in Bahnen zu lenken. Und dann? Schon das Kolonnefahren auf einer einzigen Straße geradeaus scheiterte, was aber zum Glück kein Omen für den Abend sein sollte. Wir fuhren also hinaus in die ferne Waldstadt (Volume II), Hanns-Eisler-Klub, unter Kennern HEK genannt. Es verlief vorerst unspektakulär, bis der Chef die Bierpolitik erläuterte und damit einen frühen Höhepunkt der Denkwürdigkeit kreierte. Wir wissen ja, dass dieser Rohstoff zu den Triebfedern guter Rockmusik gehört – natürlich in Maßen genossen (ich meine nicht die Litergläser, sondern die disziplinierte Genussweise) – insofern verwunderte die etwas experimentelle Mathematik der Zuteilung. Demnach, in direkten Bezug auf irgendeine vergangene Veranstaltung gesetzt, sind 16 Bier gleich 20 Bier und das wäre ja wohl genug. Also bekam man auf Basis dieser Kalkulation für beide Bands einen Kasten mit 16 vollen und 4 leeren Flaschen böhmischen Genusses. Ich nehme einfach an, Chefchen hat die vier Flaschen selbst geleert und sich dafür etwas geniert, anders kann ich mir das nicht erklären. Vielleicht weiß die aktuell häufig bemühte NSA da genaueres, die haben bestimmt Zugriff auf die im Raum installierte Videokamera (und am Nachmittag sah man vor Ort auch noch ein oder zwei überwachungswerte Geschöpfe).

Wo wir schon bei Zahlen sind: Schätzungsweise 40-50 Gäste haben sich zu unserer Premiere in die Waldstadt aufgemacht, was doch ganz ordentlich ist. Nach den Les Enfants Horibles, die wir in Berlin bald wiedertreffen, konnten wir also in zig Dutzend Ohren unser Einstudiertes abliefern, was bis auf noch auszuwertende Kleinigkeiten ganz schön gelang und gut honoriert wurde. Zeitig fertig und verpackt konnte der Abend auf der anderen Havelseite genüsslich ausklingen.

Wir hatten also einen schönen Einstand und hoffen, bei den nächsten Gelegenheiten mindestens genauso viele Gäste begrüßen zu dürfen. Dann ist auch die Snare lauter und die Klampfen gestimmt. Bestimmt.

Hochachtungsvoll, Otto.