11.12.2015 – Bi Nuu, Berlin

Freitag 16 Uhr vor Ort sein? In Zeiten der Berufstätigkeit ein Ding der Unmöglichkeit. Die Folge davon: Andreas und ich schultern das komplette Equipment, hechten zum Bahnhof Medienstadt (nur noch 8 Minuten…ich muss noch n Ticket kaufen…schweren Koffer in die linke Flosse, nicht ganz so schweren in die rechte…nur noch 2 Minuten…Durst…oh, Zug hat 15 Minuten Verspätung). Zum Glück war es die Fahrt zum Emergenza und wir hatten demnach so wenig Equipment bei, wie noch nie, weil alles da ist und es schnell gehen muss. Rückenschmerzen macht es aber doch. Deshalb gönnten wir uns auch den Luxus einer Taxifahrt vom Ostbahnhof zum Schlesischen Tor, in dessen Hallen sich der Auftrittsort befindet. Der Taxifahrer war eine echte Labertasche. Insgesamt hat er zweimal gebrummt und einmal „Siebe Eurro Drreißig“ gesagt.

Das Bi Nuu hieß früher mal Kato. Ein schöner Schuppen, in dem ich schon mehrfach das Vergnügen hatte, das letzte Mal ist allerdings 9 Jahre her. Verändert hat sich aber nur der Name, der Backstage und der Bierpreis. Backstage zum Positiven, der Rest – naja.

Und auch Emergenza ist für die meisten von uns kein Neuland, die Teilnahme daran liegt allerdings in meinem Falle schon dezente fast 13 Jahre. Damals gab es schlechtere Backstageversorgung, aber dafür mehr oder weniger (eher letzteres) Backstagepässe mit Namen drauf. Marcel und Andreas haben in jüngerer Vergangenheit mitgemacht, soweit ich weiß auch mit größerem Erfolg als ich damals.

Backstagepass anno 2003. Damals haben wir uns drollige Namen aus dem He-Man-Universum gegeben, um fehlenden Respekt gegenüber dem Wettbewerbszirkus zu demonstrieren. Vielleicht wars auch nur ein Spaß. Wohl eher.
Backstagepass anno 2003. Damals haben wir uns drollige Namen aus dem He-Man-Universum gegeben, um fehlenden Respekt gegenüber dem Wettbewerbszirkus zu demonstrieren. Vielleicht wars auch nur ein Spaß. Wohl eher.

Sei’s drum. Irgendwann gegen 19 Uhr waren wir komplett vor Ort und haben erstmal einen Burger in einem ex-Klohäuschen oder so mitten an idyllischer Hauptstraßenlage genascht. Angeblich ist das eine weltberühmte Kultinstitution. Vor 9 Jahren gabs die aber noch nicht.

Als 4. Band kamen wir dann an die Reihe. Sowohl bei der 2. Kapelle Code Flamingo, die (fast) alle in stilechtem Früh-Beatles-Look für Freude sorgten, als auch bei den darauf folgenden Malt, die in eine ganz andere Kerbe schlugen (mein persönlicher Favorit!), flogen die Abstimmungspranken in die Höh. Dann kamen wir.

Weil Andreas und ich ja nun an dem Tag schon genug geschleppt haben, wurden alle Songs einfach etwas flotter dargeboten. Lag sicher auch an dem Zeitdruck – 30 Minuten inkl. Umbau. Trotz der quasi nicht vorhandenen Soundcheckzeit war die Situation auf der Bühne aber ziemlich gut. Das ist wohl der Vorteil einer gut eingeölten Veranstalter-Routine. Die Abstimmungshände danach waren aber nicht mehr ganz so gut eingeölt wie bei den Vorgängerbands. Was aber auch daran lag, dass wir im Gegensatz zu all den anderen lediglich zwei Vorab-Tickets verkauft hatten (Zitat des Veranstalters: „Ääh, suuper.“). So what, die Leute haben verständlicherweise andere Sorgen, als einen knappen Zehner für 20 Minuten zu berappen, Fahrpreis in den Moloch nicht mit eingerechnet. Manch einer war vielleicht auch in Potsdam beim Finale vom Landesrockwettbewerb (wo wir letztes Jahr relativ erfolgreich vertreten waren), um das Trauerspiel zu beobachten, wie durch absurde Wendungen und Wettbewerbsverzerrungs-Stunts des Rockverbandes offenbar ein nicht ganz unfragwürdiges Ergebnis erzielt wurde. Aber das nur als Fußnote.

Trotzdem wir also nicht in die nächste Emergenza-Runde eingezogen sind (frei nach dem Motto „Ich habe leider kein Foto für euch.“ Deshalb muss dieser Beitrag auch mit Unzusammenhängendem von der Resterampe illustriert werden), war es doch ein geschmeidiges Jahresabschluss-Konzert. Und wir freuen uns auf 2016. Denn da gibt es schon mindestens zwei echte Highlights auf der Agenda. Lasst euch überraschen!

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