07.12.2013 – Zosch, Berlin

Es war schier unglaublich: Schon beim Soundcheck war der Laden gerammelt voll und draußen standen die Leute an wie bei einer Aldi-Eröffnung. Entsprechend gingen wir nach einem Sensations-Konzert mit Koffern voller gelber und rosa Banknoten nach Hause. Ich wache auf und merke – nur ein Traum.
Nun denn. Fuhren wir also erstmals in eine andere Tarifzone, ja in eine andere Stadt, ein anderes Bundesland gar. Während in Potsdam noch Sonnenschein und bestimmt 20 Grad plus herrschten, empfing uns Berlin mit einer molochigen aber reizvollen Tristesse aus Schneematsch und Kälte. Also schnell hinein mit den Siebensachen ins Zosch.
[Autobiographische Abschweifung: Vor fast elf Jahren hab ich mit meiner damaligen Band Ska-T erstmals im Zosch gespielt und habe an jenem Abend das erste Mal gesehen, wie ein DeJot auf einer CD scratchte. Moderne Zeiten, dachte ich…]
Diesmal gab es keinen Schallplattenunterhalter, ja nicht einmal ein CD-Abspielgerät. Dabei wäre das unseren gut durchdachten Introeinspielplänen durchaus zuträglich gewesen. Wer das Spektakel also in seiner ganzen Pracht erleben möchte, erscheine einfach zu kommenden Konzerten.
Ansonsten saß der Zeitplan gut geölt in seinem engen Korsett. Auf die Minute pünktlich spielten Zeitlupe, spielten wir, spielten Les Enfants Horibles, allerdings haben die zwei oder drei Minuten überzogen. Skandalös. Nach ein, zwei handgemixten Mexikanern und Pläuschchen mit neuen und alten Bekannten verdrückten wir uns nach Potsdam, wo der Tag noch jung genug war für einen Absacker (mit zwei Abenteuereinlagen, aber die bleiben unter uns) – ein klarer Vorteil deadlinebedingter Frühkonzerte, wie auch nächste Woche eines sein wird.

P.S.: Übrigens hatten wir keinen Koffer voller bunter Banknoten im Gepäck – Träume haben manchmal eben auch eine unrealistische Komponente. Schade? Egal.