04. Mai 2019 – Luckenwalde Cinematic Universe: Bullgine vs. Batcat Powernap

Einleitung

Luckenwalde – die Stadt großer Helden: Hermann Henschel, der Erfinder des Papptellers, war von hier. Oder auch Rudi Dutschke, Erfinder der Studentenbewegung. Und die Damen und Herren vom Alhambra, die hier ehrenamtlich so ein kulturelles Kleinod aufrecht erhalten, wie man es sich für jede Stadt wünscht. Im alten Lichtspieltheater (in dem meine werte Gattin seinerzeit noch „Arielle“ gesehen hat) haben sie – direkt am Bullewar und im Schatten des Luckenwalder Wahrzeichens, des Marktturms aus dem 12. Jahrhundert, eine der, ich zitiere: „bedeutenderen Burgwarteinheiten des Nieplitz-Nuthe-Gebietes“ – ein Wohlfühlrefugium geschaffen, in dem wir mit Freuden gespielt haben.

Crime Scene Luckenwalde? Auf dem Boulevard findet man derzeit diese Visitenkarte. Ob hier schon ein Bulle war?

Hauptfilm

Anlass war die Luckenwalder Kneipennacht, so ne Art großes Avengerstreffen der musikfreudigen Biertrinker. Wir mussten indes einiges leisten, es fühlte sich an, wie Infinity Wars und Endgame zusammen, um mal im zum Ambiente passenden Kinoduktus zu bleiben: Überlang, mehrgeteilt, mit actiongeladeneren Sequenzen, ruhigeren Szenen, Pinkelpausen und dem Gefühl, in der zweiten Hälfte irgendwas schonmal erlebt zu haben.

Unser erster Auftritt des Jahres war im Grunde gleich vier Gigs, denn wir mussten den kompletten Abend gestalten. Bedeutet: 4 Sets, 40(!) Songs. Und eine ausladende Post-Credit-Scene (s.u.) Zum Glück wurden wir mit reichlich gutem Essen und Getränk gestärkt. Und von ordentlich Publikumsverkehr. Vor allem im zweiten Durchgang hat der Laden gebrummt vor Menge. Und zum Schluss, zur Zugabe, kannte manch einer unser Programm so gut, dass gezielte Wünsche geäußert werden konnten: „Spielt Oh-oh-oh-oooh!“

Es war irre gut, ehrlich!

Der diabolische Dr. Dresch

Ausgelaugt, aber glücklich, verließen wir die Bühne und genossen den Feierabend im Club, nicht ahnend, dass wir noch Abenteuer vor uns haben.

Post-Credit-Scene

Zu Fuß gingen wir zu unserer Ferienwohnung und wurden unterwegs noch von einer hungrigen Frau, unter bösen Argusaugen ihres Freundes, vom mitgeführten Essen erleichtert. Der Typ war in der Unterzahl, aber man hatte schon das Gefühl, er will uns Villain-mäßig eine runterziehen. Wer weiß, ob sein Weib den Couscous-Wrap noch essen durfte.

Die Unterkunft war dann noch ein filmreifes Ereignis für sich. Eine waghalsige Mischung aller Epochen und Stile, von Barock bis Brech. Unangefochtenes Highlight: Ein Durchgangsbadezimmer. Das Klofenster: eine Durchreiche zur Küche! Könnte man also beim Ei legen Fenster aufmachen und sagen: „He Koch, reich mal ne Bulette rüber, was raus muss, muss auch rein, Junge!“ Die Spülung war auch noch so eine wie anno Atzenhunderteinundleipzig, so mit Spülkasten oben und Strippe zum dran ziehen. Ich glaube, Depeche Mode hatten da auch mal ein Lied drüber geschrieben, „Let me zieh your Stripp“ oder Ähnliches. Die waren ja aus den 80ern, die kannten solche Spülungen noch.

Da staunt der Turm.

Weiteres Kleinod: Ein Kämmerlein mit Urommatapete, einem verblichenen Katzenbild und einem Batman-Kissen. Die Batcat-Kammer. Ein elegant-markantes Stillleben, wie man es sich bei aller Fantasie nicht ausdenken kann. Irgendwie war das wie Kryptonit, viel war nicht mehr los. Nach einem Finalbierchen haben wir uns einen Powernap gegönnt, anders kann man es, in Anbetracht der kurzen Zeit bis zum Weckerklingeln, wohl nicht bezeichnen. Batcat-Powernap.

Batcat Powernap activate!