04.04.2014 – Potsdam, KuZe

Solidarische Brötchen, Pizza und Musik

Unser letztes KuZe-Konzert ist zwar nicht allzu lang her, der Anlass gebot aber zügige Wiederholung. Schließlich müssen wir und dutzende andere in drei Wochen unserem schönen Brauerei-Proberaum Adieu für immer sagen (es sei denn, wir werden so unermesslich reich, dass wir unsere alte Hütte in der neu gestalteten Luxus-Loft-Form kaufen und die Nachbarn, die dann mutmaßlich Kaviar schlürfend und Kubanische paffend ihr Monokel ins Auge klemmen und mit teurem Schampus auf den Niedergang der alternativen Kultur anstoßen, mit guter Musik malträtieren). Jedenfalls spielten wir und die anderen Damen- und Herrschaften für die Aktionskasse der Brauereiinitiative, in der nicht verglühenden Hoffnung, damit möglichst zeitnah eine Alternative erkämpfen zu können. Denn was ab Mai aus uns wird, steht in der Sternen – und das, wo die Band grad richtig in Fahrt kommt.

Der Abend war also ein Soli-ebensolcher, den Spirit spürte man auch außerhalb. Als ich zur Filiale einer bekannten regionalen Aufback-Kette ging, schenkte mir die nette Dame ein Brötchen, um wiedergutzumachen, dass alles so teuer geworden ist. „Aber auch essen!“ ordnete sie an – natürlich habe ich das befolgt, man darf solidarische Bäckereifachverkäuferinnen nicht verprellen, so sagt es der Benimmkodex. Trotz Solibrötchen im Bauch gingen wir im Bandverbund nochmal auf den nahegelegenen Broadway (Info für Auswärtige: so sagt man hier zur Fußgängerzone), auf der Suche nach Magenfüllendem. Wieder solidarisch zeigte sich der frisch eröffnete Pizzabäcker und fertigte eigens zum Freundschaftspreis einen Meter Überraschungspizza an und beim Verspeisen noch ein Foto von ihr und uns.

Ruck-Zuck und pickepackepizzavoll trollten wir uns als dritte von vier Bands auf die Bühne, hatten unseren Heidenspaß (und als einzige ein Banner – unser ganzer Stolz, der an dem Abend Premiere hatte). Ein halbstündiges Set ist so Höhepunktreich wie schnell vorbei, genauso schritt der Abend voran. An dieser Stelle oscarverleihungsmäßigen großen Dank an: Elias für die Organisation, die wirklich vielen Gäste und ihre spendierfreudigen Portemonaies, die Kollegen von SITH, Red Cardinal und Cesspitt, Jens und allen anderen, die mitgemacht haben. Außerdem grüßen wir unsere Muttis und alle die uns kennen. Der Clou: Es folgt noch ein megaspannender Bericht für den Folgetag!