03.06.2015 – Potsdam, Nil Club

Kurzfristig im Kellerloch des königlichen Katzenhauses

Ziemlich kurzfristig kam der Bescheid, dass wir uns gefälligst am 3.6. im Nil einzufinden haben. Nach etwas Schnappatmung und grauen Organisationshaaren hat das tatsächlich geklappt und wir trafen berufsbedingt nacheinander auf gewichtigem Boden ein – mitten im Weltkulturerbe an den Communs am Neuen Palais, jenem Protzpalast vom ollen Fritze, in dem er selbst nie groß gewohnt hat, aber der royalen Konkurrenz zeigen wollte, was die Preußen so auf dem Kasten haben. Davor in den Katzenhäusern, den besagten Communs, residiert heute die Uni Potsdam und mit ihr der Nil StudentInnenkeller (mit großem I). Davor auf der Wiese hat man schon so manchen Musiker von Rang und Namen gesehen – von Bryan Adams über Hoobastank, Longfingah und Ray Wilson war alles dabei. Aber: Die durften alle nicht ins Haus, sondern mussten draußen spielen. Tja, und wir durften rein. Will uns das was sagen? Nö. Aber es klingt gut und gewichtig.

Golm Rockt

Noch eine Wiese weiter, über die Straße, war irgendeine Art von mau besuchtem Hochschulsportfest, das wir als Freiluft-Catering nutzen durften. Bei gegrilltem Camembert (zu Deutsch: Kammbert) und kühlem Fassbier (zu Deutsch: Kannichnocheins?) haben sich manche von uns beim Ballspiel verausgabt, der Rest hat moderat amüsiert und verwirrt zugesehen. Aber beim Sportfest physisch anwesend zu sein macht doch auch schon fit, oder? Kurz nach unserer Speisenaufnahme nahm ein fleißiger Trupp Unbekannter die Zapfanlage auf einen Bollerwagen und kutschte damit rüber zum Nil. Zum Herrentag wären sie damit definitiv die Knüller der von Trinkwilligen gesäumten Landstraßen und Feldwege.

Da wir Mittwoch hatten und sowohl Musikanten als auch Gäste am nächsten Tag früh raus mussten, war es etwas doof, dass die erste Kapelle später als geplant angefangen hat. Gut, passiert. Die zweite Band Die Mopedz hatte dann die beste Spielzeit erwischt und es war gut was los. Als wir dann so gegen Viertel vor Geisterstunde antraten, sah das schon etwas anders aus. Aber egal, die Stimmung blieb super und wir haben – muss man ja mal sagen – einen ziemlich dufte Auftritt auf den herrschaftlichen Fliesenboden gelegt.

Es gibt kein besseres Bild als dieses – was nicht heißt, dass es gut ist. Grüße aus der königlichen Kellergrotte.
Es gibt kein besseres Bild als dieses – was nicht heißt, dass es gut ist. Grüße aus der königlichen Kellergrotte.

Letzter Programmpunkt war die Verkündung des Gewinners – wir waren hier zu einem Vorauscheid für einen Festivalauftritt draußen in Golm City – Gott sei Dank nicht Heidi-Klum-mäßig in die Länge gezogen (und auch ohne Bombendrohung). Gewonnen haben erwarteter- und nicht unberechtigtermaßen die Mopedz, denen hiermit viel Spaß in Golm gewünscht sei.

Erschossen aber glücklich bettete man sich etwas später zu einer viel zu kurzen Nacht und freut sich nun, euch beim nächsten Mal bei der Fete de la Musique am 21.6. ein neues Lied vorzuführen. Ist unser Plan, mittelgroßes Pionierehrenwort.