01.08.2014 – Fabrikgarten, Postdam

01.08.2014 – Potsdam – Sound(G)Arten Open Air im Fabrikgarten

Kurzentschlossen (erst drei Tage vorher klargemacht) gaben wir bei schönstem Wetter ein gelungenes Gastspiel in der Schiffbauergasse, dem geleckten und gelobten Potsdamer Kulturareal. Nachdem unsere Open-Air-Premiere beim letzten Auftritt im Freiland ja eher geschummelt war, weil wir in einer Garage mit offener Tür standen (die Weltpresse berichtete), gab es diesmal ein richtiges Open-Air. Aber so richtig richtig. Denn die Bühne bestand aus Untergrund und viel Nichts. Dahinter lief der Rad- und Fußweg, dementsprechend hatten viele Passanten unsere (nicht minder attraktive) Rückansicht zur Musik. Noch weiter hinten der Tiefe See. In Kombination mit dem perfekten Draußenspiel-Wetter hatten wir hier definitiv die beste Kulisse überhaupt.

Der Abend war ein Kulturlobby-ebensolcher und unser rockmusikalischer Auftritt in Kombination mit der Vorgruppe ein Experiment im Rahmen der Freitagabend-Reihe im Fabrikgarten – ein durchaus gelungenes Experiment zum Glück.
Passend zum Sitzpublikum, anfangs noch großteils graumelierter Art, begann der Abend mit einem Liedermacherduo. Die haben das Konzert mit einer faustdicken Lüge begonnen (angeblich das erste Mal auf der Bühne – sollte wohl n Scherz sein) und darüber hinaus (v.a. unserem Rockertisch gegenüber) den Eindruck erweckt, gestrenge Pädagogen irgendeiner Art zu sein. Lügende Lehrer – die armen Belehrten.

Ein passender Sommerabendauftakt wars dennoch, aber es führte zu einigem Bangen unsererseits, ob man mit unseren deutlich lauteren Klängen die Leute nicht in die Flucht schlägt. Durch eine Geniestreich konnten wir das verhindern: Unser neues erstes Lied endet nämlich mit einer rhythmischen Klatscheinlage und bedient also einen der ältesten deutschen Urinstinkte – das willenlose automatische Mitklatschen. Dann kann auch keiner mehr weg. Und rattenfängergleich wurden weitere Leute angelockt, wie die Motten vom Licht oder die Mukker vom Bier. Oder Dieter Bohlen von hässlichen Hemden. Die Sitzmöglichkeiten waren dann auch irgendwann erschöpft, die billigen Stehplätze wurden leider hinten eingenommen, wohl aus Ehrfurcht den Sitzenden gegenüber. Dementsprechend gab es nichtmal einen magischen Halbkreis. Lediglich Gabor (wer das ist, lese man im vorletzten Bericht [Club Mitte] nach) sprengte nach vorn. Ein Glück – er allein ist soviel wert wie zwanzig moshende Männer. Auf jeden Fall hatten wir unseren Spaß, die Anwesenden offensichtlich auch und alle hatten einen dufte Abend. Na fein!